Test: Wolfram Alpha enttäuscht

Fast alle Google-Konkurrenten sind bisher gescheitert. Droht dieses Schicksal auch “Wolfram Alpha”? In meinem Test enttäuscht die Maschine - eben noch als der neue “Google-Killer” angepriesen…

Die Idee: Alpha liefert auf die Anfragen keine Liste von Internetseiten, auf denen eventuell die gesuchte Information zu finden ist, sondern gleich konkrete Antworten. Dazu nutzt Alpha eine riesige Datensammlung sowie aktuelle Informationen, zum Beispiel für Wettervorhersagen.

Das Problem: Noch hat der Dienst zu wenig Datenfutter. So versteht Alpha viele Anfragen erst gar nicht, kann mit den Begriffen oft nichts anfangen oder interpretiert sie falsch. Immer wieder liest man auf Englisch: “Wolfram Alpha weiss nicht genau, was es mit Ihrer Eingabe anfangen soll.” Kleiner Selbsttest: Weder die Ergebnisse der letzten US-Wahl, noch die Arbeitslosenquote von Berlin sind als Datenmaterial vorhanden. Die Frage nach “Horst Köhler” wird beantwortet mit “Wolfram Alpha weiss nicht genau...”. Erst, wenn man Köhler - für Amis verständlich - mit oe schreibt, fällt Alpha ein, dass er ein Staatsoberhaupt ist und am 22.2. Geburtstag hat. Mehr nicht. Die Maschine spuckt sogar haarsträubende Fehler aus: Wer nach “Goethe” fragt, bekommt als Geburtsort statt Frankfurt am Main die Stadt Frankfurt an der Oder!

Der erste Eindruck: Unausgereift. Mehr Informationen zu Wolfram Alpha unter
http://rechercheseminar.de/
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Kommentare

Stimmt genau - während das Vorschauvideo recht beeindruckend aussieht, fühlte ich mich beim Selbsttesten an den Supercomputer aus einer Geschichte von Robert Sheckley erinnert: Um die Frage richtig stellen zu können - also so, dass der Computer einem die Antwort gibt - muss man die Antwort schon kennen.

Außerdem gibt es die Möglichkeit, zwei Fragen einzugeben (etwa “savings rate per state” und “redheads per state"), und dann erstellt Wolfram|Alpha unter anderem eine Korrelation. Vielleicht macht man die überraschende Entdeckung, dass Rothaarige mehr sparen als andere?

Das grenzt schon hart an Pseudowissenschaft und ist sicher kein Werkzeug für den Ungeübten. Aber darum heißt das Programm wohl Alpha und nicht Beta (und warum Wolfram und nicht Tungsten, fragt der Chemiker?)
Kommentar von Dr. Claudia Arnold am 09.06.2009 um 09:47 Uhr